Khiva, Xiva Hochzeit auf dem Bazar

























Xiva dan xayrli tong Man kann auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Dann nämlich, wenn man morgens beschließt zum Basar zu gehen und auf der Suche nach einem Snack in einer staubigen Seitengasse ein typisches Restaurant entdeckt.

Gekocht wird auf Holzfeuer in Kinderbadewannengleichen riesigen Töpfen, es ist Mittag, Plov ist auch zu sehen, es gibt klapprige blaue Plastikgartentische wie in vielen Restaurants dieser Art in einer Garage und Kunden sind genug da.

Was kostet die Suppe? Its free. Why its free? Because its a weddingsoup.
Nichts, gar nichts deutet in diesem Moment hier etwa auf eine baldige Hochzeitsfeier hin, keiner trägt Anzug, es sieht nicht anders aus, als in -zig anderen Restaurants auf dem Bazar.
Ich bitte höflichst um Entschuldigung für die Störung, doch bevor ich fertig bin, heisst es nur please sit down and wait. Und schon bin ich mitten drin statt nur dabei. 30 Personen in der Garage, alles Männer. Keiner versteht mich, ich verstehe sie nicht, aber sie wissen schnell das ich aus Deutschland bin. Das reicht. Und bevor ich lange Zeit habe steht aus der Zinkkinderbadewanne geschöpft eine Uzbek meat soup auf dem Tisch. Mit Schwarte und Knorpel und vorallem Fett. Das ist wahrlich nichts für Gourmets.

Nun muss man wissen, daß es für die traditionell uzbekische Familien extrem wichtig ist mit der Hochzeit seinen Nachbarn den eigenen Wohlstand zu präsentieren. Je mehr Gäste man bewirten kann, desto besser. Das schafft Respekt.

Während ich über Fluchtpläne nachdenke, brutzelt seit 4h der Plov, und jeder Versuch wird sofort zurückgepfiffen. Please wait until the Pilav is ready. Sit down. Die Zeit vergeht nicht- Schon 1h auf der Hochzeitsfeier.

Nebenan spielt derweil die Hochzeitskapelle. Erinnert für westliche Ohren mehr an einen Regentanz.

Mir gegenüber sitzt ein Duduk Spieler. Ich persönlich bevorzuge ja eher romantische Klassik als Tischmusik.

Nach 1h weiteren geduldigem Warten ist es endlich soweit. Nach 5h wird die Abdeckung entfernt, umgerührt, die großen Fleischstücke entfernt und mit grobem Geschirr der Hochzeitsplov serviert.

Ein leicht süsslicher Reis mit Kichererbsen, Rosinen, 🥕 und Kürbis, dazu Rindfleisch. Das ist Pilav, Plov, daß Nationalgericht Uzbekistans.
Gegessen wird mit dem Löffel oder den Fingern, der Pilav im traditionellen Brot eingewickelt. Dazu Saladki, gehackte Gurken und Tomaten.

Und alkoholfreie Getränke und grünen Tee aber es gibt keinen Alkohol auf dieser Hochzeit. Keiner verlangt nach einem kühlen Bier. Wie so oft in diesem Land ist Alkohol nicht auf den Tischen der Feiern. Es wird auch nicht vermisst.
Nur einmal überhaupt habe ich in Samarqand ein ausgeprägten Alkoholkonsum auf einer Feier erlebt .

Nach mehr als 2h verlasse ich das Bankett, verabschiedet mit Getränken für den Heimweg. Das Brautpaar habe ich nicht mal gesehen, aber die sprichwörtliche Gastfreundschaft hautnah genossen. Großartig.Alloh rozi bo'lsin😄
















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