Ausflug nach Urganch
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| Wohnblock in Urganch nahe dem Bazar |
Доброе утро из Хивы.Zwei Dinge bestimmen dn Tag. Zunächst der Besuch der leeren, stillen Altstadt bei Sonnenaufgang. Niemand ist zu sehen. Die Menschen schlafen draußen vor ihren Häusern, es sind jetzt angenehme Temperaturen. Gegen 5:30h kommen die Männer vom Frühgebet aus der großen Moschee am Osttor. Danach ist wieder Stille, wo gestern noch soviel Markttrubel herrschte. Um 5:45h beginnen die Frauen mit den Reisigbesen die Stadt zu säubern. Die Altstadt wird hergerichtet für die Touristen.
Ich muss mir Gedanken machen, wie es weiter gehen soll. Obwohl Khiva die Touristenhochburg schlechthin ist, bleibt die ÖPNV-Anbindung in andere Städte marginal. Von Süden kommt man seit einigen Jahren mit dem Zug direkt in die Stadt. Das vormalige umständliche anheuern und umsteigen in ein Taxi in Urganch ist weggefallen.
Richtung Norden aber bleibt es unterirdisch. Um es zu verdeutlichen, für die Strecke nach Nukus(Lübeck-Bremen) gibt es weder Zug noch Direktbuslinie. Unvorstellbar für Zentraleuropäer.
Mein Host lächelt54 dazu nur abwinkend.
Warum sollten w qir nach Nukus? Niemand von uns Einheimischen will dahin, außer den Touristen, die von dort weiter zum Schiffsfriedhof am Aralsee wollen.
Das läßt schlimmes erahnen, zumindest wird es jetzt unkomfortabler.
Die Reise zum gefühlten Ende der Welt.
Besser also die Sache selbst zu beobachten, es ruft nach einem Ausflug ins 30km entfernte Urganch.
Es gibt einioge Möglichen von Khiva nach Urganch zu kommen. Der Zugverkehr zwischen Khiva und Urganch hat trotz eigenem Bahnhof nicht zugenommen. Bleibt die Möglichkeit mit dem Taxi zu fahren oder mit Minibus für 40€ct. Schnell aber mit engen Sitzreihen.
Am autentischsten ist aber die Fahrt mit Uzbekistans letzter verbliebener Trolleybus Linie alle 30min. für 30€ct. Etwas langsamer als alle Alternativen aber mit viel Beinfreiheit.
Also mit dem grünen Trolleybus nach Urganch, um die Sache selbst zu betrachten. Die 65min dauernde Fahrt kostet 30€ct. Viel Bus für kleines Geld im Bauernbus, der die Dörfler zum Zentralmarkt nach Khiva und zurück bringt.
Die Infos über die Weiterfahrt ab Urganch sind etwas vage.
Rund ums Stadion würden Taxis stehen, Preis variiert, abhängig von belegten Sitzplätzen oder private car, also vulgo VHS.
Für nicht russische Muttersprachler ist das ein Handicab. Tatsächlich sind unverkennbar 1dutzend Männer vor Privatwagen im Schatten am Straßenrand zu sehen. Die Fahrer haben unglücklicherweise ganz andere Preisvorstellungen. Take it or leave it.
Es sind dummerweise umgekehrte Marktgesetze. Obwohl das Angebot an Fahrern groß ist, senkt das den Preis für die Fahrt nicht. Das Taxi kostet 280.000Sum, der Preis für eine private car. Im sharecar wird jeder Platz einzeln berechnet, macht bei 4 Fahrgästen also schlappe 70.000 pro Sitzplatz.
Die Lösung der shared Taxis funktioniert allerdings auch nur wenn sharepeople auftauchen. An diesem Morgen erscheint jedenfalls während 1h niemand zum sharing.
Bleibt vor der Rückfahrt noch Zeit für Urganch und hier wird das Dilemma deutlich. Ausser dem Bazar und einigen modernen Moscheen bietet die Stadt wenig bis nichts sehenswert touristisches.
In Uzbekistan konzentriert sich der Tourismus auf Samarqand, Bukhara und Khiva. Vielleicht noch ein wenig Tashkent, Aralsee und Fergana Tal.
Das erstaunt ein wenig. Nur dort gibt es Mädressen, Paläste, Moscheen in grosser Zahl zu bewundern.
Die Frage ist, warum es keine Historie in anderen Städten des Landes gibt.
Hartgesottene eventuell schaffen es zum Aralsee. Danach kommt die touristische Steppe, Niemandsland.😀

































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