Von Jizzax nach Sarmarqand 123km






Samarqand. 3 Jahre versucht. 2x wegen Corona geblockt. Aber jetzt klappt es. Der Weg an diesem Morgen ist zunächst alles andere als Genußradeln. Nach der gestrigen Gewalttour von Sirdayo nach Jizzax klingen 95km heute wie Erholung. Aber es soll dauern. 

Zunächst regnet es bereits bei Abfahrt. Die deutsche Sprache kennt viele Bezeichnungen für Regen. Sprüh-Niesel-Dauer und Landregen, etc. Egal. Nach 2h ist alles durch, die Km schleichen dahin und werden gefühlt auch immer mehr. Dann ist es heute auch noch 4h ambitioniert bergig. Mit einem Wort: die Stimmung ist düster, genau wie die Wolkenlage. 

Die Stimmung hochhalten. Ich werde von vielen fliegenden Händlern begrüsst, die im Dauerregen am Strassenrand Getränke Und Selbstangebautes verkaufen.Wie fast überall im Osten stehen die Dörfler an ihren baufälligen Ständen, oft 20-30 hintereinander mit identischen Warenangebot.

Viele Auto, vorallem Laster grüssen lautstark. Die Symphonie des Highways. Fahren neben mir, reissen die Tür auf, thumb up biker. Im Dauerregen zu grüssen fällt schwer, aber die offene Herzigkeit der Uzbeken treibt die Tränen in die Augen. Das ist echtes Canada Feeling. Nur, dass die Fanfare eines Freightliner eben doch mehr her macht, als die eines chinesischen Shacman.

An Tankstellen zum Kaffee immer die eine Frage in uzbek. Germaniya, Gamburg, da, da und ein Lächeln erscheint. Wie in allen russischsprachigen Länder hat Deutschland immer noch einen unbezahlbaren Kredit.

Dann wird das Rad begutachtet. Natürlich fährt hier jeder lieber Auto statt bike, mindestens Lada, sehr viele Chevy aus koreanischer Produktion, europäische Autos sind in der krassen Minderheit. Aber ein Fahrrad mit roten Taschen, das beeindruckt sie. Und immer wieder Händeschütteln.

Gegen 14:00h hat die Stimmung nichts mehr zu bieten, runter vom Highway, da wo viele trucks stehen, muss es gut sein. Ein gepflegter Uturn, und 10min später steht Kebap auf dem Tisch. Fernfahrerfutter.

Gegen 15:30h reisst das Wetter plötzlich auf und im schönsten Frühsommerwetter fliegt das Rad förmlich die 35 Restkilometerm dahin. Samarqand empfängt mit viel Verkehr und dann führt die Strasse unmittelbar am Registan vorbei. Was für ein Moment. Er ist viel größer als ich dachte und wunderschön.

Ein überwältigender Eindruck. Alle Strapazen der letzten 3 Tage sind vergessen.😀


















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