Uzbekistan, last day, was bleibt?



Einmal kreuz und quer durch Uzbekistan. 3000km durch den Wüstenstaat mit Fahrrad, Bus & UzbekRail. 
Unspektakulär pünktlich erreicht der Zug nach 18h Fahrt um 6:05h Tashkent Südbahnhof.
Hinein in den 57er geht es durch die noch schlafende Hauptstadt zum Hostel, um das Gepäck los zu werden.
Am letzten Tag bleibt nur noch wenig zu erledigen.
Zum Frühstück noch einmal auf den Chorsu Bazar, zum Abschied noch einmal Plov und Saladki in den Garküchen der Hauptstraßen rund um den Markt.
Ein letzter Rundgang über den Gewürzbasar; vieles wirkt jetzt banal und längst nicht mehr so fotogen wie beim ersten Besuch zu Beginn der Reise. 
Der Chorsu, der Bauch der Stadt, mit seinen blauen Ornament-pilzartigen Kuppeln hat ein wenig seinen Reiz verloren.

Nach 40Tagen im Land ist die Übersättigung da, die fiebrige Spannung was Neues zu entdecken ist verflogen.  Postkarten und Klebeband für das Aufgabegepäck sind die letzten Pflichtaufgaben.
Zurück im Hostel gibts dann doch noch eine echte Überraschung. Andre Alexandrovitsch aus den Bukhara-Zeiten ist zufällig im selben Zimmer, im selben Hotel abgestiegen. Es ist ein schier unglaublicher Zufall in dieser Millionenstadt.

Die Freude ist groß und wir verabreden ein Dinner kurz vor der Abreise. Probleme bedrücken ihn. Die in Aussicht gestellten deutschen Visa für russische, politische Immigranten sind alles andere als leicht zu bekommen. Seine Enttäuschung nach dem Besuch der deutschen Botschaft ist groß.

Danach geht alles ganz schnell. Andre ordert das Yandex Taxi und für 2,20€ geht es durch das nächtliche Taschkent. Es ist der gleiche Weg auf dem ich vor 40 Tagen die Reise mit dem Rad die Stadt verließ.
Am Airport das Gepäck umpacken und mit 70m Klebeband umwickeln und hoffen, dass alles bis Hamburg zusammen bleibt. Das Handgepäck kabinentauglich machen, die Security durchlaufen und ein letztes Mal Anspannung bei der Immigration. 
Doch es läuft reibungslos. Die von mir so sorgfältig gehüteten Registration slips, wollte der Officer zum Schluß nicht einmal sehen.

Ein Foto, 1 Stempel und ich bin ausgecheckt. Alles geht viel schneller als erwartet und dann beginnt die lange Zeit des Wartens. Um 2:45h ist takeof für TK 371.
Mehr als 5h Flug liegen vor uns, es wird scrambled eggs geben und wie bei muslim countries üblich leider keinen Rotwein für umme. Mehr als 5h in aufrech-sitzender Position ohne Kniefreiheit. Wir verlassen Uzbekistan.
Es war eine grandiose Erfahrung. Das, was als blosse Idee begann, 1x den Aralsee zu sehen, vorallem aber den Registan in Samarqand besuchen und dann mit einem Fahrrad durch das Land zu reisen, es ist abgeschlossen. Viele von unbefangener Neugierde dem Fremden gegenüber geprägte Menschen durfte ich kennenlernen, denen es ehrlich wichtig war zu fragen, where you come from? Es hat mich bewegt, wenn Usbeken ihre Smartfon Übersetzungsapp startete und mir die ewig gleiche Frage stellten. 

Denen der bloße Name Germaniy ein Lächeln in Gesicht zauberte. Germaniy wie Gamburg oder Robert Lewandowski, usw. 
Noch steht der Individualtourismus am Anfang in Uzbekistan. Es war bisweilen holprig, bisweilen anstrengend, bisweilen aufregend, aber es war jede Mühe an jedem einzelnen Tag wert. 
Und wenn tatsächlich die Situation einige Mal ausgenutzt wurde und überhöhte Preise verlangt wurden, so gab es am selben Tag 10x mehr Erlebnisse, die alles egalisierten.
Uzbekistan, dringend zu empfehlen.

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