Zwei Tage in Tashkent
Tashkent. Hostel mit Pool. Das Art Hostel liegt 5km vom Airport nach der Oybek Metro Station in einer ruhigen Seitenstrasse. 4 bed dorm, innercity, shareed bath, mit Frühstück und pool für 8€, mehr Hostel für kleines Geld geht nicht.
Zwei Tage Stützpunkt für erste Schritte in Uzbekistan, Geldtauschen und letzte Besorgungen, wie etwa eine neue Fahrradpumpe finden, viel Zeit ist ohnehin nicht vorgesehen. Es ist so ärgerlich, zu Hause lagern etliche Pumpen und die auserwählte bricht bei der ersten Benutzung.
Es gibt einige Sport/Fahrradläden, die zu erwerbende Pumpe kommt aus China und ist überall in gleicher Ausführung für 5€ zu haben. Ansonsten ist das Angebot an Fahrradersatzteilen selbst hier in der Hauptstadt des Landes sehr begrenzt. Es sind gefühlt keine Fahrradfahrer in der Stadt zu sehen, in den beiden Tagen werde ich weniger als 10 Fahrradfahrer im Verkehr entdecken. Das Fahrrad hat zumindest in Tashkent den Stellenwert eines Spierlzeugs für Kinder, Erwachsene fahren Auto.
Auf dem Weg zum Pumpenkauf, fällt ziemlich bald die Weite der Stadt auf. Die 2Millionen Stadt Tashkent, also etwa vergleichbar mit der Einwohnerzahl Hamburgs, ist geprägt von breiten 3-4spurigen Boulevards je Richtung und wirkt breit und autogerecht auseinander gezogen. Ein eigentlicher Stadtkern ist auf Anhgieb nicht zu entdecken.
Das große Erdbeben von 1966 hat Stadtplanern die Möglichkeit gegeben eine moderne sowjetisch anmutende Stadt zu schaffen.
Tashkent ist die einzige Stadt Zentralasiens, die eine subway hat und die ist sehenswert. Sie ist was für Nostalgiker, gefahren wird bei hoher Gewschwindgkeit neben modernen Wagen, die selbe Waggonbaureihe in der klassischen blauen Farbe wie in russischen Städten. Ähnlich wie in Moskau oder St. Petersburg hat man auf in Tashkent großen Wert bei der Gestaltung der Haltestellen gelegt, wenn auch bei allem Stolz der Tashkenter, es doch einen künstlerischen Klassenunterschied gibt. Aber immerhin.
Anders jedoch als bei den russischen Kollegen ist für den westlichen Erstbenutzer die Orientierung nicht spontan selbsterklärend. Im Gegensatz zu St. Petersburg sind Hinweisschilder zur Orientierung eher spärlich, so daß es ein wenig Zeit braucht sich zurecht zu finden.
Auch ist der Erwerb eines Tickets ein wenig tricky. Zwar gibt es auch hier kleine Kassenhäuschen und der Fahrpreis von 1400 sum ist gleich 15€ct für westliche Verhältnisse äußerst preiswert, aber der Haken liegt im Detail, der auf Grund der sprachlichen Barriere nicht schnell zuerkennen ist.
Nach Umstellung der Token Automaten wird Fahrschein ausgedruckt, er ist zeitbasiert und gilt nur(!) an der entsprechenden Station. Mein Kauf mehrere Tickets auf einmal, um später Schlangen an anderen Station zu vermeiden erwies sich an anderen Stationen problematisch und führte zu Diskussionen mit dem Aufsichtspersonal.
Neben der Ubahn und den klassischen Besuchszielen wie das Hotel Usbekistan gehört natürlich der Chorsu Basar zu den Attraktionen Tashkents. Irgendwann hat man farbenfrohe, pilzdachartige mit Mosaiken versehene Gebäude erstellt, um dem Bazar eine optische Einheit zu bieten. Der größte Kuppelbau ist dem Fleisch und Käsemarkt gewidmet. Unmengen an Fleischständen sind zu sehen. Bemerkenswert ist, daß Schlachter fast ausschließlich männlich sind, die meist zu meheren Personen am Stand arbeiten, während Nichtfleischprodukte immer von Frauen verkauft werden. Fleischverkauf scheint männliches Selbstverständnis.
Auffällig ist, dass die Verkauf von Schafsköpfen und den gesamten Innereien der Wollspender weit entfernt am Ende des Marktes sattfindet. Gleich hinter den Werkstätten der Messerschleifer.
Es ist kein Ort für empfindliche Gemüter, es riecht streng, um es vorsichtig auszudrücken und es wimmelt von Fliegen, die die seit Stunden ausgelegten Fleiststücke bevölkern.
Der Bazar hat längst die usprüngliche Begrenzung überwunden. Viele Stände stehen auf sandigen Flächen des riesigen Areals, dazwischen unbeaute, leere mit Zäunen abgetrennte Brachen. Ansonsten läßt sich gefühlt alles auf dem Chorsu finden, von Obst, Brot, Gemüse und besagtes Fleisch, Messerschleifer bis zu Kleidung und einem großen Pflanzenmarkt.
An den Hauptstrassen rund den Bazar sind die Somca Buden und Plov Garküchen zu finden. Uzbekisches Fastfood, die Antwort auf MacDonalds und Burger King, die man hier im Land vergeblich sucht. Es ist auffällig, während in Shanghai an gefühlt jeder 3. Starßenkreuzung ein Starbucks zu finden ist, fehlen in Uzbekistan alle Globalplayer, sowohl food als auch coffee.
Einen Besuch wert ist auf jeden Fall der Funkturm mit seiner riesigen Plovküche, das Tashkent Plovcenter, dass auch bei Einheimischen sehr beliebt ist. In riesigen Zinkwannen wird hier auf Holzfeuer jeden Tag 1,5to zubereitet und in einem rustikalen Restaurant verkauft. Es ist eine der Touristenattraktionen Tashkents, es wimmelt von Gästen und Angestellten; ein Besuch vor 12h lohnt sich, auch wenn es nicht ganz preiswert ist.



































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