Von Tashkent nach Sirdayo 105km
Sirdayo. An diesem Tag wird es ernst. Heute 95 echte, geplante Km. Ganz real. Keine Youtube-Fahrerei wie Seppel sagen würde. Aufgetakelt ist das Rad und es geht vor der Morgen-Rushhour nach südwest raus aus der Stadt. Um 6:00h morgens schläft Tashkent noch. Die Strassen sind jetzt leer. Gegen 7:00h, nach 15km ist der Autobahnring erreicht. Der Verkehr wird nun lebhafter, aber rechts aussen bleiben meine 50cm asphaltierte Freiheit.
Das Frühstück ausfallen lassen in der Hoffnung einen Truckstop zu finden. Tatsächlich ist der Randsteifen gesäht mit grob gezimmerten Verkausständen. Getränke, Essbares und Obst bieten die Anwohner feil. Die Erdbeerernte ist in vollem Gange. Riesige Felder soweit das Auge reicht, das fühlt sich heimisch an und riecht nach Warnsdorf. Es ist eine grüne Landschaft, die die M39 durchschneidet.Bei Km40 der erste stop. Kaffee für 0,50ct und weil das Netz nicht funzt, läßt der Chef, obwohl wir uns nicht verstehen seine Plovvorbereitungen im Stich und bietet sein Handy an. Parol heißt das hier im Osten und ohne zögern bin in seinem Netz.
Um Gasthäuser zu erreichen ist es bisweilen nötig einen Uturn zu absolvieren. Locker über 6 bis 8Spuren von ganz aussen nach gegenüber. Dafür sind bewußt Durchlässe in den sonst getrennten Fahrtrichtungen vorgesehen. Jeder tut es. Auch Eselfuhrwerke benutzen diese Kreuzungen. Oder Fahrradfahrer. Ein Sakrileg in Deutschland. Schlicht undenkbar.
In Sirdayo gibt es kein vorbestelltes Bett. Man mag über booking.com denken, was man will, in solchen Fällen wie heute ist es mehr als hilfreich.
Ich erreiche den kleinen, staubigen Ort gegen 14:00h. Es gibt nur die Durchgangsstrasse, der Rest ist nicht asphaltiert.Gravelroads
Gmaps weisst zwar 2 Gostinitzas aus, von Werbung, etc. allerdings ist nix zu sehen.
Doch bevor sich Unsicherheit breit macht bin ich auch schon im Gespräch. Es ist die erwartete Frage: Germaniya? Da, da, Gamburg und es zaubert ein Lächeln in ihr Gesicht. Germaniya gutt, gutt. Gostinitza? Klar doch, problem no, merk Dir mal das Nummernschild und folge uns.
Also dem weissen Lada hinterher, direkt bis zum Hotel. Es ist in die Jahre gekommen. Germaniya, Velocepid, 1 Nacht.
Leider hat der Besitzer krass andere Preisvorstellungen und die Preisfixung findet zäh erst mit hinzugerufenen Familienangehörigen ein Ende. Der Preis bleibt mit 20€ ohne wlan und Frühstück viel zu hoch, seis drum.















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