Panjakent am Sonntagmorgen
Panjakent. Das Leben in Panjakent spielt rund um den Bazar. Abseits der Hauptstrasse wirkt der Ort still, ja fast verwaist. Kaum jemand ist auf den staubigen Strassen zu sehen. Das Leben der Familien bleibt dem Fremden hinter hohen Mauern verborgen.
Wenn doch Begegnungen vor dem Haus stattfinden, dann wird der Fremde herzlich neugierig begrüßt. Selam Alaikum. Woher kommst Du? Und dabei Hand aufs Herz. Ich beantworte die Frage auf dem Weg zum Bazar gut ein dutzend Mal, bleibe stehen, wir reichen Hände.
Mag das Deutschlandbild der Tajiks auch im wesentlichen aus BvB Dortmund, Angela Möärkel, Bayern Munchen und Merrrzedess...bestehen, es rührt einen.
In Deutschland sind Fragen nachdem Woher politisch incorrect, man kann in DE diese Frage einfach nicht so stellen. Hier sind die Menschen unbefangen. Vorallem dann, wenn sie selbst in Deutschland waren. Wenn auch im damaligen zweiten Deutschland.
Die Augen des alten Tajik strahlen, als er seine wenigen deutschen Worte sagt. Schwerin, Ludwigslust...Krasnaja Armija? frage ich. Und er nickt. Viele Soldaten aus den Stans waren in der DDR stationiert.
Das Leben rund um den Bazar findet hauptsächlich morgens statt. Am Morgen sind auch unzählige Arme und Gescheiterte zu sehen. Die Leute kauern auf der Erde mit verdrehten Gliedmaßen, tragen Babies mit der Bitte um eine Gabe.
Allein 5 Leute kommen mir an diesem Morgen sehgeschwächt singend und mit Spendentopf entgegen. In Uzbekistan scheint die Wohlstandsschere längst nicht soweit auseinander. Die Situation ist nicht einfach auszuhalten. Für die Vielen gibt es in Panjakent viel zu wenig Tourismus. Auffällig mehrere weiblichen Pärchen, die mit rauchenden Stieltöpfen voller Wurzeln die Stände umrunden und denen danach Essbares zugesteckt wird. Auch Einzelpersonen werden eingeräuchert mit nachfolgenden Bitte um Bargeld.
Der Bazar ist für den Kreis Panjakent der Versorgungsschwerpunkt. Ich entdecke uralte russische Ladajeeps auf dem Parkülatz, die bis aufs Dach gestapelt mit Mehl und Reissäcken, Kartoffeln, und Konsumgütern.
Mein Interesse gilt natürlich den Gewürzen. Wäre ich nicht mit dem Fahrrad, es wäre aussichtslos. Die geplante Weltreise kann nicht starten sofern ich nicht mal ohne Einkäufe vom Bazar komme. Himmlische Gerüche, scharfer Zungenkitzel, Tajikischer Chili,1,5kg Gewürzen sind nun neu eingesackt.
Nebenbei anders als bei ALDI herrscht hier an Klopapier, Mehl& Öl kein Mangel.
Ich treffe ich 2junge Leute, die deutsch lernen. Sie strahlen, als sie real in deutsch mit dem Bazarbesucher parlieren können. Fernsehtechniker sind sie und sie träumen von Deutschland.😄
























Kommentare