Welcome to Nukus




Nukus. Immerhin bis Nukus haben wir es schon geschafft. Nach knapp 2h im sharecar durch die Wüste erreichen wir den einstigen Außenposten im Nordwesten des Landes.

Von hier sind noch einmal 2-3h durch die Wüste nach Moynaq. Der Aralsee ist nahe. Wir, daß ist meine derzeitige Begleitung Alicia von der Insel Reunion und ich. Hier trennen sich unsere Wege wieder.

Es ging so einiges schief an diesem Tag; ein schwarzer Tag, erst am Abend ging die Sonne wieder auf.
Es fing damit an, daß der erste Fahrer wie verabredet am Nordtor in Khiva nicht erschien.

Sharecars nach Nukus fahren ins 35km entfernte Urganch, es bleibt also nichts anderes übrig als wieder mit dem grünen 3Türer nach Norden zum Stadion zu fahren.

Dort erwarten uns 9 Fahrer im Schatten der Bäume und haben erwartbar wieder ganz andere Preisvorstellungen, 8000 Sum pro Sitzplatz werden gefordert, aber das kann man ignorieren, denn der Preis ist niedriger.
Außerdem hilft es zunächst nichts, denn gefahren wird erst, wenn das Taxi voll ist. Es herrschen auch hier marktwirtschaftliche Regeln, nur leider umgedreht. Das große Angebot an Fahrern senkt den Preis nicht.

Das Taxi kostet 30€
Bis 28€ lassen sie mit sich reden, 4 Leute passen rein. Was bei Menschen mit BMI >25 im kleinen Daewoo schon gewöhnungsbedürftig ist.
Macht also 7000sum pro Nase, ein Schnäpper, ist bloß blöd, weil nicht im Moment nicht 4 Fahrgäste da sind. Also heißt es warten.
Es ist 12:00h, high noon, und niemand erscheint. Wir haben fast 40° im Schatten.

Dann erscheint nach 30min, Nr.#3 und nimmt seelenruhig Platz. Die Menschen scheinen diesen Modus gewohnt. Nimm Dir Zeit, irgendwann geht's bestimmt los.

Die Zeit scheint still zu stehen, dann geht nach 75min plötzlich alles ganz schnell. Nr.#4 erscheint, dawei, dawei und wir schon sind auf dem Highway. Die Hälfte der anderen Fahrer mit ihren inoffiziellen Taxen könnte eigentlich gehen, soviel Bedarf wird heute nicht mehr sein. Sie sind basisdemokratisch organisiert, jeder kommt der Reihe nach dran.

Nukus, die Hauptstadt der autonomen Teilrepublik Karakalpakstan ist wie konnte es anders sein, auf den ersten Blick alles andere als eine Perle.
Breite Blvds, 6spurig, Kunstbauten, der bekannte Baustil in Uzbekistan, wenn es mal nicht eine historische Altstadt vorhanden ist. Als ich dachte Qarshi wäre eine furchtbare Ausnahme habe ich getäuscht. Kerl, wat willste ausgerechnet hier?

Die Häuserfluchten stehen in solchen Städten viel zu weit auseinander. Die normalen Wohnvierteln der Stadt werden durch diese Achsen zerschnitten. Das ist in westlichen Augen kein attraktives Wohnen. Hier scheint es im Gegenteil erstrebenswert. Jede Menge historische Wohnfläche wurde dafür entfernt.

Endlose BLvds, normale Restaurants außer den üblichen Burger-Fastfoodketten sind wenige zu sehen. Um so mehr bin ich erfreut endlich nach langem Suchen ein klassisches Plov Restaurant zu entdecken.

Mitten beim Essen kommt der Kellner schüchtern an meinen Tisch und hält mir sein Handy, darauf der englische google translater Text sorry, where are you from?

Es sind Berührungen wie diese, die den Punkt an dem Tag machen. Jeden Tag 3,4 Mal. Aus echter Neugierde interessieren sich die Menschen woher die Fremden kommen. Und dann erzählt er von seinem Bruder, der in Deutschland arbeitet😀























































Kommentare