Mubarak - Bukhara 65km

Selam Alaikum aus Bukhara. Der Tag danach. Nun, man kann es nicht anders sagen, gestern lief es nicht gut. Inmitten der 3. Teilstrecke nach Bukhara mußte ich vom Rad.

Starker, böiger Wind mit 6 bft auf der Brust brachten mich in den ersten 4h keine 40km dem Ziel entgegen. Die Sonne hatte Pause an diesem Tag. Der Wüstensand verdeckt den Himmel
Noch nie gabs einen solchen starken Wind. 

Und zu allem Übel ist Montezuma auch noch zu Besuch. Die letzten beiden Tage haben ordentlich Körner gekostet. Keine guten Vorraussetzungen um 90km auf einem schnurgeraden, einsamen Highway gegen starkem Wind vor vorn zu kämpfen.  

Nach 4 Stunden gebe ich den Kampf auf und steige entkräftet zu Hassan und seiner Familie in den Daewoo Kleinwagen, der mich bis nach Kogon bringt. Die letzten 18km ab Kogon durch die rushhour Bukharas mit reichlich Kreislaufproblemen werden zur Tortur. 
Also wieder Kohle und Kefir. 
Wieder mal den Magen verdorben. War es der Plov in Mubarak am heißen Spätnachmittag? Oder die heißen Temperaturen der letzten Tage? 

Dabei hatte ich so aufgepasst. Keine Chance. Immerhin hatte ich schon zwei Wochen Glück gehabt. Es ist der Tiefpunkt der Reise. Zeit für eine 2tätige Pause und Erhohlung im Hof des Family Guesthouse Kamolot bei Torhil und seiner Familie.

Am Tag danach kocht die Babushka warme Milchsuppe, Kascha, es weht ein angenehmer, kühler Wind im Hof, im Schatten des riesigen Baumes läßt sich alles aushalten. Ein grossartiges Plüschsofa steht unter dem Vordach.
Es wird nun Zeit die Altstadt zu besuchen.

Wiederhergestellt frühstücke ich mit Andre aus St. Petersburg, der am 4. März kurzfristig aus Petersburg Russland verlassen musste. Seitdem lebt er hier im Exil in Uzbekistan bei Torhil und schildert seine Sicht der Dinge als ehemaliger Abgeordneter eines St. Petersburger Regionalparlaments.

Wer es nicht rechtzeitig schaffte wurde und wird verfolgt. 

Plötzlich entwurzelt, geflüchtet, alles zurückgelassen in einem fremden Land und ohne grosse Hoffnung auf eine schnelle Veränderung. Viele Aktivisten wie er verlassen Russland in diesen Tagen nach Uzbekistan ist Georgien eine der großen Destinationen für russian refuges.

Allerdings wird es in vielen Staaten, auch in Georgien, jetzt schwieriger als russischer Staatsbürger Unterschlupf zu finden. Putins langer Atem ist bisweilen zu spüren. So mußten in Armenien jüngst Exilrussen untertauchen, weil die Regierung die Ausweisung der Aktivisten anordnete.

















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