Moynaq. Hafenstadt am Aralsee
Moynaq.Am Morgen wirkt die Nukus verwaist. Kaum Fußgänger sind zu sehen, nur wenige Taxis auf den Hauptstraßen. Das treibt zur Sorge, ob überhaupt schon Minibuslinien fahren.
Das Leben in Nukkus beginnt ohnehin erst später. Um 7:30h ist kaum Betrieb auf dem Bazar
Der erste Bus, der in Richtung Avtovokzal fährt ist die #17.
Der Regen in der Nacht hat den grossen Parkplatz am Busbahnhof zu einer rutschig-schlammigen Angelegenheit gemacht.
Der Bus nach Moynac erreicht pünktlich Nukkus. Wann gehts weiter? 9:00h deutet der Fahrer an, also einsteigen und den Platz reservieren. Man sollte früh da sein, die 20 blauen verschlissenen Massagesessel sind schnell ausverkauft und wie wahr, Familien mit Kind und Kegel entern den Bus.
Knapp 2,5h für 2€ ist der Preis für eine Fahrt auf schlechter Strasse mit ausreichend Schlaglöchern in den Norden. Es schüttelt und rüttelt unentwegt, während der Fahrer stoisch mit 80km/h über Spurrillen hinweg den alten Bus antreibt.
Niemand beschwert sich hier. Die Menschen sind hier einiges gewohnt.
Wer allerdings glaubt ein verwahrlostes Ex-Fischerdorf mit vielen leerstehenden Ruinen und aufgelassenen Fischfabriken vorzufinden wird enttäuscht sein.
Um die Landflucht einzudämmen hat der Staat in den letzten Jahren anscheinend viel Geld in die Hand genommen.
Viele ehemalige Fischerhäuser haben neue Dächer, es gibt ein neues Schwimmbad, ein Sportzentrum, eine neue Moschee und die 4km Hauptstrasse mitten im Ort ist das beste Teilstück der ganzen Strecke.
Witzigerweise gibt es auch hier frisch markierte Fahrradwege. Allerdings keiner der wenigen Radfahrer hält respektiert sie.
Ob das alles hilft die Fluktuation der Bevölkerung zu verhindern und die Perspektiven hier groß genug sind ist sehr wohl fraglich. Abseits der Hauptstrasse gibt es keine asphaltierten Straßen
Das ist es also. Von Tashkent nach Moynac.1400 km, einmal quer durch Usbekistan.
Von jetzt an gehts den langen Weg zurück. 3 Jahre geträumt zum Aralsee zu kommen und dann steigt man durchgerüttelt in der Gluthitze eines Samstagmittag aus dem Bus am kleinen Markt aus und blickt die endlos gerade Straße zum ehemaligen Seeufer entlang.
Kaum jemand ist auf der Straße zu sehen. Das Ziel ist erreicht. Das gefühlte Ende der Welt. Zumindest Uzbekistan ist hier zu Ende. Hier wollte ich her.
Ich steige für 2 Tage in Bates MotelHostel Muynaq ab, mehr als 50leere Betten, aber kein Gast da, ein wenig spoky, niemand sonst ausser mir dem alten Besitzer und seinem im Schatten dösenden Hund. Immerhin, es gibt hier am Ende der Welt ein verdammt steifes Wlan.
10€ ohne Frühstück, shared bath ist der geforderte Preis. Ich willige ein ohne zu verhandeln. Ein Einzel-achter-Zimmer mit leistungsfähiger Klimaanlage.
Vier weitere Hostels, 2Hotels gibt es zu entdecken entlang der Hauptstrasse bis zum Seeufer. Einst war Moynac ein mondäner Seebadeort und seine Fischfabriken belieferten die gesamte UdSSR. Aber das ist lange her.
Geblieben ist nichts., als im Jahre 1984 die erwerbsmässige Fischerei endgültig eingestellt wurde. Am 4km entfernten Ufer des dehemaligen Sees sucht der Betrachter vergebens nach Spuren der Arbeit der Fischer.
Keine Hafenanlagen, überhaupt nichts deutet auf den ehemalen Fischerort und seine angeschlossene Industrie, die Fischverarbeitung, die Reparurbetriebe der Schiffe, die Materiallager hin. Einfach komplett vrschwunden. Wie der See😀


















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