Bukhara, Neustadt
Assalamou Alaikum aus Bukhara. Während Sweetie zu Hause von 11* draussen spricht und überlegt den Kamin anzufeuern,wohlgemerkt Mitte Juni 2022 in Norddeutschland, überschreitet das Thermometer hier bereits am frühen Mittag die 30*. Unablässig weht seit Tagen eine steife Brise, die alles gerade noch so ertragen läßt.
Ich habe eine endgültige Entscheidung getroffen. Ich werde fortan mit UzbekRail weitereisen. Für die 460km lange Stecke durch die Wüste nach Khiva verlangt man hier 8,30€. Platzkartny. Holzklasse, was sonst.
Mehr als 7:30h wird die Fahrt in die ehemalige Oasenstadt im Norden dauern. Mehr Bahn für kleines Geld geht nicht. Und der Zug ist Tage vor Abfahrt nahezu komplett ausverkauft.
So erspart mir der Bahntrip die ca 35h Fahrt durch die schattenlose Wüste. Das Thermo schlägt seit Tagen bei 36-38* am frühen Nachmittag an.
Mit Khiva schließt sich der Kreis der 3 historischen Städte Uzbekistans Samarqand, Bukhara und Khiva.
Und ich kann Torhil's Familie was Gutes tun, sie bekommen das aufbereitete Rad. Torhil kann sein Glück gar nicht fassen. Ich hoffe inständig, daß er sich keinen Platten einfährt. Das Ausspannen der Nexus7 ist nichts für Ungeübte. Mir war selbst nicht wohl dabei und es brauchte einige Trainingsrunden mit Sweetie, um das Schaltauge vom Hinterrad zu trennen und wieder korrekt einzusetzen.
Wieder mal ist cash notwendig und erneut erfolgt das Spiel am ATM in nur 5Sekunden zum Millionär.
Noch vor wenigen Jahren, war es schwer selbst in Tourismuszentren an cash zu kommen; die ATMs waren meist leergespielt. Der Dollar Schwarzmarkt blühte mit 2 verschiedenen Kursen.
Noch immer sind die Geldwechsler mit Bündeln voller Sum auf den Basaren zu sehen, aber die Blüte(n)zeiten sind vorbei. Viele ATMs bieten sogar mindestens 2 Währungen, Dollar, Rubel, Sum oder tauschen $ vs Sum direkt.
Die Neustadt abseits der verwinkelten Altstadt ist auch hier der feuchte Traum deutscher Autofahrer wahrgeworden. Breite Blvds, wenig störenden Beiverkehr, moderne Office und Wohngebäude, alles schnell hochgezogen.
Nackter Stahlbetonbau und mit aufgeklebten Strukturflächen. Ohne Nachhaltigkeit Seelenlos, aber so typisch für das moderne aufstrebende Uzbekistan. Moderne Kinos, großte Plätze, westlich anmutende Supermärkte, an deren Eingang die Security nervös wird kommt jemand mit einem Dayback zum Einkauf.
Der typische Uzbek hat keinen Dayback, er geht mit diversen Plastiktüten aus dem Laden. Während bei uns die Diskussion über Plastiktüten den Höhepunkt erreicht, ist Plastiktütentransport hier ein normales Einkaufserlebnisverhalten. Da ist Bukhara keine Ausnahme und ähnelnt Qarshi. Die Brüche zwischen Oldtown und Boomtown könnten nicht krasser sein.
Allerdings findet sich in der Neustadt passend zur Kaufkraft seiner Besucher auch Devinch, ein waschechte modernstyle Stolovarja. Mit ansprechendem Äusseren, lecker zubereiteten Gerichten, ein Schlemmertempel für Bukharische Verhältnisse, eine Kantine für die Einheimischen mit dem grösseren Geldbeutel. Nicht zu vergleichen mit den Garküchen und Grillbuden rund um den Bazar.
Am Abend ruft der Muezzin in arabisch.zum Gebet in die grosse Bolohovuz Moschee mit ihren wunderbaren HolsStänderwerk. Es bleibt die Magie des Gesangs für Außenstehende den genauen Beginn der Prayers zu erahnen.
Am späten Abend erneut ins Zentrum zum Kalon Minurett.
Es ist ungewohnt dunkel im Wohnviertel rund um das Kamolot. Die bei uns gewohnte Strassenbeleuchtung ist sehr äußerst spärlich. Wie ein Leuchturm an der Küste erscheint da der Kalon auf dem Hauptplatz. Die benachbarte Moschee ruft gegen 21:50h zum Nachtgebet😄





















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