Bukhara Bilder Teil 1 Modarixon, Abdulahiziz Khan, Ulug'bek Mädressa


Selam Alaikm aus Bukhara
Das Kamolot Geuesthouse liegt optimal zum Besuch der Altstadt. Auf dem Weg in die Altstadt führt der Weg vorbei an der Modarixon Mädresse aus dem 16Jh.

Außerhalb der eigentlichen Altstadt gelegen liegt sie nicht auf dem Weg vieler Touristen und führt eine Art Dornröschenschlaf. Es gibt nur einen einzigen Kunsthandwerker in ihren Mauern, alle anderen Kemenaten sind verschlossen.

In der geschlossenene Religionsschule gegenüber hat ein Friseur seinen Salon. Sonst wirkt alles verlassen. AUs dem Friseursallon dringt unentwegt leise classische, westliche Musik. Nur gelegentlich überqueren Einheimische den verwaisten Platz.
Und gerade diese (fast) Stille und Abwesenheit der sonst allgegenwärtigen Touristen macht diese Mädresse so besuchenswert.

Zurück in die Altstadt.

Die imposante, leider sanierungsbedürftige Abdulahziz Khan Mädressa gegenüber der berühmten Ulugbek Mädressa aus dem 14. Jh. in der Altstadt ist dagegen ein Touristenmagnet, ein Marktplatz vieler Kunsthandwerker.

In Bukhara gibt es über 600 verschiedene Historische Gebäude, Badehäuser, Moscheen, Religionsschulen etc, unter Ihnen die berühmte Ulugbek Mädrese. Dazu kommen über 30 teils 600 Jahre alte, kleinere Stadtteil-Moscheen, die nicht einmal zu den Hauptattraktionen der Stadt zählen.
Es fehlt dem Staat an Ressourcen, alle zu erhalten, wenn gleich an vielen Religionsschulen gearbeitet wird.

Wenn ich nicht so in den Seilen hängen würde, wäre mehr Bukhara drin. Montezumas Besuch hält also an. Viel Trinken. Immerzu Grüner Tee.

Einziger Vorteil in diesen Tagen ist die Tatsache, daß alle Moscheen immer über Sanitäre Anlagen verfügen. Die nun seit Tagen herrschenden hohen Temperaturen zwingen mich wohl oder übel die Reise umzuplanen.
Sonst erreiche ich den Aralsee nie.
Eine 460km lange Fahrt durch die Wüste mit dem Rad bei diesen Temperaturen ist ein absolutes Risiko, das haben die letzten beiden Tage gezeigt.
Ich werde also das Fahrrad bereits hier Torhils Familie schenken und mit dem Zug weiterfahren. Es war ohnehin vorgesehen das Rad im Land zu lassen und die wohlige Atmosphäre im Kamolot empfiehlt die Übergabe sehr, bevor später kein kein geeigneter Empfänger mehr zu finden ist.

Der Hausherr jedenfalls zeigt sich schon mal begeistert von meinem Fahrrad. Kein Wunder, sein Gefährt ist eine absolute Fahrradleiche. Kein Schrauber würde in Lübeck auch nur eine Sekunde Hand anlegen. Hier fährt man, was rollt. Und der Preis meines Rades erbringt hier einen guten 3Monatslohn.

Es ist wie so oft im Osten, die Leute geben echte 50€ für ein Gebrauchtrad aus, daß in deutschen Augen nahezu Schrottwert hat, während bei uns in Lübeck jeden Frühling die Oldtimer ausrangiert an Laternen vor sich hin vegetieren oder auf dem Sperrmüll landen. Es ist ein Beispiel unserer Wohlstandsverwahrsoligkeit.

Familienbetrieb+ Kunde, einstemmen neues Vorderradlager auf der Erde


Während zu Hause mit wenigen Ersatzteilen ein brauchbares Tourenrad entsteht haben hier die Händler auf den Bazaren teilweise nur basics. 26'' Räder, Mantel und Schläuche sucht man vergebens. Dafür gibt es sind aber improvisierte Werkstätten zu finden, die irgendwie unter primitiven Möglichkeiten jeden Schrotthaufen wieder fahrbereit zusammen dengeln können.
Es ist rührend beeindruckend.

Hochwertige Ersatzteile für westliche Räder gibt es nicht. Waren es in Samarqand meist Kinder die auf Fahrrädern fuhren, hat das Fahrrad hier entgegen meiner Erwartungen erstaunlich viele Liebhaber unter den Erwachsenen. Meist Männer. Viele nutzten das bike zum Moscheebesuch. Schaltungslose 28'' Räder ohne Beleuchtung meist in einem sehr betagten Zustand.

Aus Indien werden Neuräder nach Uzbekistan importiert zum Preis von 70-90€.
Die Leute sind so stolz auf ihre neuen Renner, daß sie den papier gewickelten Lackschutz für den Transport nicht entfernen.

Heute also ein Besuch auf dem Bazar um zu sehen, was die Silkroad an Trekkingrucksäcken ins Land schwemmt um meine Ausrüstung weiter zu transportieren. 
Insgesamt ist das Angebot allerdings niederschmetternd. Niemand würde ernsthaft mit einem Rucksack für 11,80€ für eine Trekkingtour wollen, aber die Auswahl ist bescheiden und in der Bahn sind Ortliebtaschen unpraktisch. 

Danach zu Abdullahziz Khan. Bukhara ist anders als Samarqand. Die Altstadt wirkt geschlossenener, der Tourismus ist vielleicht nicht ganz so zahlreich und es gibt viele gemütliche Cafes, Bänke zum verweilen.
 
In Samarqand wirkte alles sehr grossflächig auseinander gerissen und die Mir Arab Mädressa mit dem Minora Kalon kann es lässig mit dem Registan aufnehmen. Während Samarqand für jedes Bauwerk erneut die Hand aufhält, ist hier vieles für umme.
Die Stadt lädt ein zum flanieren und relaxen.😃
Photos: oben Modarixon, unten Abdulahziz Khan/Ulug'bek






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