Bukhara, Tag des Kindes












Assalamou Alaikum aus Bukhara. Der Tag des Kindes in Uzbekistan.
Unter der Woche ist es im alten Vergnügungspark relativ ruhig. Viele betagte Fahrgeschäfte scheinen schon seit der Unabhängigkeit Uzbekistans dort zu stehen. Sie wirken in westlíchen Augen genauso aus der Zeit gefallen, wie das halbe Dutzend Luftballon-werfen-Stände.

Heute allerdings aber brummt es im Park, denn tausende von Kindern sind mit ihren grossen Begleitern unterwegs. Die uzbekische Gesellschaft ist deutlich jünger und kinderreicher. Was an normalen Tagen wie ein Dämmerzustand wirkt ist heute zum Leben erwacht. Und alle Fahrgeschäfte gibts für umme.

Überall gibts Gedränge. 2x wird mir als Alman priority Zugang angeboten, aber ich lehne trotz Animation dankend ab., jetzt bloß keine Miniere Affaire riskieren.

Damit alles friedlich bleibt sind unglaublich viele Polizisten in uniform und zivil zu sehen, wer weiss aus welchem Anlass auch immer hier eine solch enorme Polizeipräsentation Not tut.

Danach zum Samaniden Mausoleum, zum Schrein des Ismoil Somoniy Maqbarasi aus dem 9.Jh, das kurioserweise jahrhundertelang in Vergessenheit geraten wart und erst in den 1920er Jahren durch Zufall wiederentdeckt wurde.

Über den Bazar an den Resten der historischen Stadtmauer und dem östlichen Stadttor, dem ein wenig im Abseits stehenden Talipach Tor, entlang der 6spurigen Hauptstrasse zum Lunch.
Nach der gestrigen Edel Stolovarija in der Neustadt heute die etwas preiswertere erdigere Variante für Normalos.

Der Blick fällt auf eine eher unscheinbar wirkende Garküche an der Hauptstrasse, aber das täuscht. Allein der Speisesaal aus spätkommunistischer Zeit mit ebenso altem Interior ist einen Besuch wert. So etwas schlicht rustikal zu nennen ist einfach ridiculous.

Herrlich, die Zeit hier scheint steht still zu stehen. Ein Blick in die Küche zeigt, hier gibts Hausmannskost. Nebenbei gesagt, man sollte die Sache nicht mit deutschen Augen betrachten.

Die Hälfte der angeschlagenen Gerichte ist leider nicht verfügbar.
Also wie immer Saladki, 2 Tovuk Kebab. Für 1,50€. Dazu gibt es Brot, leider gibt es im Land merkwürdigerweise nie einen Dip oder den uzbekischen Heinz Ketchup, sondern nur reichlich in Vinegar schwimmende Zwiebeln gratis.

Ist halt bloß kein Filet, gegrillt wird was unter die Schlachteraxt gerät. Grossartiges Essen für kleines Geld.

Die uzbekische Küche der einfachen Leute ist sehr fleischlastig, viele Menschen halten diese Ernährung für ausgewogen und wollen sich das auch leisten. Bio oder veggieday scheint im Land nicht angesagt zu sein.

Die Hauptstrasse am Basar entlang gibt es gezählte 10 Grillbuden, die alle auf der Strasse ihren langen Blechkasten stehen haben und Kebab, Schaschlik in verschiedenen Variationen anbieten.

Zum Schluss heute Hauptstrasse entlang in Richtung Karvan Bazar. Vorbei an der Bushaltstelle gleich nebenan.
Sie ist Arbeitsplatz von Sascha. Schreit von weitem, als er mich entdeckt, woher kommst Du? Bietet mir den Platz neben sich, erzählt ohne Punkt und Komma und näht nebenbei, was die Kundschaft so bringt. Von Handtaschen bis Pantoletten. An jeden Tag der Woche. An seinem Arbeitsplatz der Bushalte vor meinem neuen Stammrestaurant. Er wirkt wie Menschen in diesem Land zufrieden😃









































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